HfH Kompakt

Welche Instrumente werden für die Diagnostik einer ASS eingesetzt?

Ausgangspunkt einer jeden Diagnostik sind erste Verdachtsmomente, die Eltern, Bezugspersonen oder Fachpersonen aufgrund von Verhaltensbeobachtungen des Kindes geäussert.

Um diese Verdachtsmomente systematisch zu klären und zu präzisieren, können in einem ersten Schritt Beobachtungs- oder Screeninginstrumente eingesetzt werden, welche es erlauben, autismusspezifische Beobachtungen des Verhaltens des Kindes im Austausch mit allen involvierten Personen zu gewinnen. Solche Screeninginstrumente sind beispielsweise das Elternexplorationsschema für frühkindlichen Autismus (EEFA) oder der M-Chat (Checklist for Autism in Toddlers).

Falls sich aus diesen gezielten Beobachtungen der Verdacht einer möglichen Autismus Spektrum Störung erhärtet, gilt es eine autismus-spezifische Diagnostik an einer erfahrenen Fachstelle einzuleiten. Diese sind Kinderspitälern, Kinder- und Jugendpsychiatrien der Kantone oder spezialisierten Praxen für Psychiatrie (z.B.: Fachstelle Autismus Psychiatrische Universitätsklinik Zürich; Autismusberatung Psychiatrische Dienste Aargau) angeschlossen. Die Kontaktaufnahme findet in der Regel über die Eltern oder die behandelnden Kinderärzte statt.

Im Rahmen der diagnostischen Abklärung kommen standardisierte Verfahren zu Einsatz, welche eine definitive Klärung der Situation erlauben. Neben kindlichen Spiel- und Verhaltensbeobachtungen werden eine erweiterte klinische Entwicklungsdiagnostik, ein autismusspezifisches Elterninterview (ADI-R Diagnostisches Interview für Autismus) und ein Beobachtungsinstrument zur Erfassung von Kommunikation, sozialer Interaktion und Spielverhalten (ADOS-2) durchgeführt.

Auf der Basis dieses standardisierten Abklärungsinstrumentariums lässt sich eine definitive Diagnose ab einem Alter von ca. 24 Monaten stellen.

Diese Frage beantwortete Ihnen Matthias Lütolf, MA, Lehrbeauftragter der HfH am Institut für Behinderung und Partizipation und Mitarbeiter der Fachstelle Autismus.